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Datenbank der deutschen Parlamentsabgeordneten
Basis: Parlamentsalmanache/Reichstagshandbücher 1867 - 1938

1 Treffer

Demmler, Georg Adolph, geb. am 22 . 12 . 1804 in Güstrow, Mecklenburg
⇒ Reichstag
Sozialdemokratische Partei - Kein Portrait
3. Wahlperiode - Abb. der Originalseite
Geb. 22. Dez. 1804; besuchte das Domgymnasium seiner Vaterstadt Güstrow (Mecklenburg), bezog 1819 die Bau- und Kunstakademie, wie die Universität zu Berlin, ward Mitgl. der Burschenschaft, machte bei der Kgl. Oberbaudeputation daselbst sein erstes Examen, 1823 bei der Potsdamer Regierung als Feldmesser beeidigt, trat nach abgelegtem mecklenburg. Bauexamen in demselben Jahre in großherzogl. Dienste, zuerst als Baucondukteur, ward Baumeister, darauf Landbaumeister mit Ueberweisung des Schweriner Landbaudistrikts, damals bestehend aus 12 Dominialämtern, und 1837 zum Hofbaumeister befördert, womit ihm bestellungsmäßig sämmtliche Hof-, Militär-, Marstall-, Gestüts-, Doberauer Seebade- und andere Bauten des Landes übertragen wurden, erhielt 1841 den Charakter als "Hofbaurath". Von ihm sind bis 1851 die hauptsächlichen Hochbauten Mecklenburgs entworfen und ausgeführt worden, darunter der des Großherzogl. Residenzschlosses in Schwerin, mit den zu ihm führenden massiven Brücken, den Quais der Grottenbauten im Burggarten u.s.w. 1845 als Vertreter der Bürgerschaft in den Schweriner Bürgerausschuß, in die Cammereideputation gewählt. Als durch die Einmischung des Oesterr. und Preuß. Cabinets in die Mecklenb. Verfassungsangelegenheit der Bestand des Staatsgrundgesetzes vom 10. Okt. 1849 von ernstlichen Gefahren bedroht wurde, stellte er als Repräsentant der Schwerin. Bürgerschaft in der Sitzung des Bürgerausschusses am 9. Feb. 1850 den Antrag: die von dem Comité aller verfassungsfreundlichen Parteien entworfene feierliche Verwahrung des bedrohten Staatsgrundgesetzes anzuerkennen, den Magistrat zu ersuchen, sich dieser Verwahrung anzuschließen und dem Mecklenburg. Ministerio mitzutheilen, was auch einstimmig geschah. Wegen dieses Vorkommnisses und wegen seiner ferneren Theilnahme an späteren anderweitigen politischen, das Staatsgrundgesetz betreffenden Anträge und Abstimmungen gerieth derselbe mit seiner Dienstbehörde, dem Vorstande des Finanzministeriums, dem damaligen Staatsrath von Brock in Differenzen. Nachdem er alle mit seiner Ehre unverträglichen Zumuthungen abgelehnt, erfolgte seine Dienstentlassung 1851 ohne Pension, wonächst er Reisen nach England, Schottland, Frankreich, Schweiz, Deutschland, Italien, Sicilien unternahm und erst nach sechsjähriger Abwesenheit 1857 nach Schwerin wieder zurückkehrte; 1854 bei der Concurrenz zum Bau eines Rathhauses in Hamburg betheiligt. Nach seiner Rückkehr nach Schwerin war er sofort wieder in den Bürgerausschuß, von dem Letzteren in den Cammerei- und den Schulvorstand, in die Bibliothek- und andere Deputationen gewählt, deren Mitglied er zum Theil noch ist. 1866 entwarf er einen Erweiterungs- und Verschönerungsplan der Residenzstadt (Verlg. von Leopold Kratz in Berlin). Mehrere von ihm gestellte Anträge wurden die Veranlassung, daß vom Reactionsministerium von Oertzen dem Bürgerausschuß bei namhaften hohen Strafen die Einbringung und Berathung jeglicher politischer Anträge auf's strengste verboten ward. Mitstifter des im September 1859 zu Frankfurt am Main gegründeten National-Vereins und der später 1868 in Genf gestifteten Friedens- und Freiheitsliga; 1868 Mitbegründer der deutschen Volkspartei in Stuttgart. Bei der Concurrenz zu einem deutschen Reichstagsgebäude 1872 kam sein Entwurf zur engeren Wahl; Reise nach der Schweiz, Italien, Sicilien und Tunis. 1875 erweiterte er nach seinen Plänen den Zuschauerraum des durch ihn in Schwerin vor 43 Jahren erbauten Großherzogl. Schauspielhauses. 4 kleine Schriften: Aktenstücke, betreffend die Dienstentlassung des Hofbaurath D. in Schwerin nebst einigen an diesen Fall geknüpften Bemerkungen über die Stellung der Staatsdiener im Großherzogth. Mecklenburg-Schwerin, Hamburg 1851 bei Goßmann und Campe); 2, Der Erweiterungs- und Verschönerungsplan der Residenzstadt Schwerin in seiner Entstehung und geschichtlichen aktenmäßigen Entwicklung von 1862 bis Ende Aug. d. J. 1866 mitgetheilt und mit Bemerkungen begleitet über Reformen in der Wahl von Magistratsmitgliedern; 3) das Mecklenburg. Staatsgrundgesetz von 1849 vor dem Forum des Nordd. Parlaments; 4) Neues und Altes, eine Vertheidigungsschrift, Schwerin 1871 u.s.w.