Verhandlungen des Deutschen Reichstags

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Verhandlungen des Reichstages. - Berlin, 1917
Bd.: 310. 1917
Signatur: 4 J.publ.g. 1142 y,A-310

ID: 00003406
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... Fall erzählen, der mir passiert ist, der auch mit einer Zensurinstanz, nämlich der Auslandszensur, zu tun hat. Im Anfang des Jahres 1915 schrieb ich einen Aufsatz, ein Vorwort zu einem großen Werk, das die historische Abteilung des Carnegie-Instituts in Amerika veröffentlicht, ein Sammelwerk mit einem Beitrag auch aus meiner Feder. Ich gebe das Manuskript, das mir ganz unbedenklich erscheint, eingeschrieben zur Post. Ich bekomme lv) nach einiger Zeit ein Funkentelegramm aus Amerika, ob ich den Aussatz schreiben will, der nach meiner Ansicht schon dort sein mußte. Ich bekomme etwas später ein zweites Telegramm, mit dem ich dann zur Post ging, um mich zu beschweren. Ich zeigte den Einlieferungsschein vor, und man sagte mir: erlassen Sie einen Laufschein! Ich tat das. Etwa acht Tage später kommt ein Postbeamter zu mir und legte mir einen Zettel vor, den ich unterschreiben soll. In diesem stand geschrieben, daß die Sendung zurückbehalten worden sei; (hört! hört! bei den Unabhängigen Sozialdemokraten) es darf dem Absender mitgeteilt werden. (Erneute Rufe: Hört! hört! bei den Unabhängigen Sozialdemokraten.) Das heißt, die Auslandsstelle läßt mich nicht von sich aus wissen, daß sie das Manuskript zurückbehalten hat, sondern gestattet erst auf meine Beschwerde hin nur, daß es mir mitgeteilt werden darf. Jetzt wende ich mich an die Auslandsstelle und erfahre von ihr, daß sie das Manuskript an die Qberwachungsstelle weitergegeben hat. Ich wende mich nun weiter an die llberwachungsstelle. Dort hört mich ein Major sehr freundlich an — ich weiß den Namen nicht mehr — und antwortet mir auf meine Frage: wir haben die Arbeit gehabt, wir haben sie aber weitergegeben an das Generalkommando des Gardekorps. (Heiterkeit.) Ich wußte mir nicht zu erklären, was das Generalkommando damit zu tun haben könne. (Zurufe und Heiterkeit.) Es wird mir weiter mitgeteilt: das Manuskript wird auf dem Wege zu Ihnen sein. Es war aber nicht auf dem Wege zu mir. Nun gehe ich auf die Suche; ich nahm an, der Herr habe sich versprochen und meine das Oberkommando in den Marken. Ich wende mich nun an 461* ...






Verhandlungen des Reichstages. - Berlin, 1918
Bd.: 311. 1917/18
Signatur: 4 J.publ.g. 1142 y,A-311

ID: 00003407
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... Reichstag. — 127. Sitzung. Donnerstag den 29. November 1917. 3947 (Dr. Graf v. Hertlnig, Reichskanzler.) Opfermut, ihrer Entschlossenheit, ihrer Verbandstreue gilt auch heute unser Dank und unsere Bewunderung. (Erneuter lebhafter Beifall.) Nun, meine Herren, bin ich in der glücklichen Lage, Ihnen etwas Neues mitzuteilen. Die russische Regierung hat gestern von Zarskoje-Selo aus ein von dem Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten Herrn Trotzkij und dem Vorsitzenden des Rats der Volkskommissare Herrn Lenin unterzeichnetes Funkentelegramm an die Regierungen und die Völker der kriegführenden Länder gerichtet, worin sie vorschlägt, zu einem nahen Termin in Verhandlungen über einen Waffenstillstand und einen allgemeinen Frieden einzutreten. (Bravo!) Meine Herren, ich stehe nicht an, zu erklären, daß in den bisher bekanntgewordenen Vorschlägen der russischen Regierung diskutable Grundlagen für die Aufnahmen von Verhandlungen erblickt werden können, (bravo!) und daß ich bereit bin, in solche einzutreten, sobald die russische Regierung hierzu bevollmächtigte Vertreter entsendet. (Lebhaftes Bravo links und im Zentrum.) Ich hoffe und wünsche, daß diese Bestrebungen bald festere Gestalt annehmen und uns den Frieden bringen werden. (Bravo!) Mit aufrichtiger Teilnahme verfolgen wir die Entwicklung des schwergeprüften russischen Volkes. Wir wünschen, daß ihm möglichst bald wieder ruhige und geordnete Verhältnisse zuteil werden. Wir wünschen nichts mehr, als daß es wieder zu dem nachbarlichen Verhältnis kommen wird, namentlich auf wirtschaftlichem Gebiete, wie wir cs in früheren Zeiten zwischen uns und dem östlichen Nachbarn kannten. (8)1 (Bravo!) Was die ehemals dem Zepter des Zaren unterworfenen Länder Polen, Kurland, Litauen betrifft, so achten wir das Selbstbestimmungsrecht ihrer Völker. (Bravo! im Zentrum ...

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... 8970 Reichstag. — 128. Sitzung. Sonnabend den 1. Dezember 1917. (Schriftführer Morawski Dzierzykraj.) (L)1 in den 2. Ausschuß für den Herrn Abgeordneten Held der Herr Abgeordnete Dr. Gngelmeier; in den 6. Ausschuß für die Herren Abgeordneten Frhr. v. Richthofen, Keinath, Stöbe, Dr. Faßbender, Alpers die Herren Abgeordneten Dr. Paasche, Dr. Rießer, Hirsch, Krings (Neuwied), I). Mumm. Präsident: Es sucht um Urlaub nach der Herr Abgeordnete Gröber für die gegenwärtige Tagung wegen Krankheit. -- Da kein Widerspruch erfolgt, ist der Urlaub erteilt. Für die heutige Sitzung ist entschuldigt der Herr Abgeordnete Freiherr v. Schele. Ich gebe zunächst das Wort dem Herrn Abgeordneten Prinzen zu Schoenaich-Carolath. Prinz z« Schörraich-Carolath, Abgeordneter-Meine Herren, als Berichterstatter zum Auswärtigen Amt habe ich den Auftrag seitens des Hauptausschusses erhalten, folgende Erklärung namens des Hauptausschuffes hier abzugeben. In den Verhandlungen des Hauptausschusses sind seitens des Herrn Staatssekretärs des Auswärtigen Amts weitere Mitteilungen über das russische Friedensangebot gemacht worden. Der Hauptausschuß hat sich einmütig zu der Erklärung des Herrn Reichskanzlers vom 29. November über seine Bereitwilligkeit zu Verhandlungen über den russischen Friedensvertrag bekannt, zu Erklärungen, in denen Graf Hertling erklärte: die russische Regierung hat gestern von Zarskoje Selo aus eine von dem Volkskommissar für auswärtigeAngelegenheiten,HerrnTrotzki,und demVor-^1 sitzenden des Rates der Volkskommission, Herrn Lenin, unterzeichnetes Funkentelegramm an die Regierungen und Völker der kriegführenden Länder gerichtet, worin sie vorschlägt, zu einem nahen Termin in Verhandlungen über den Waffenstillstand und einen allgemeinen Frieden einzutreten. Ich stehe nicht an, —1 fährt der Herr Reichskanzler fort — zu erklären, daß in ...